Laut der Pharmaindustrie hat eine neue Ära in Diagnostik und Therapie begonnen. Dank neuen zell- und gentherapeutischen Methoden können bisher unheilbare Krankheiten behandelt, im besten Fall geheilt werden. Diese neuartigen Therapien haben ihren Preis.
Weitgehend unklar ist, wie die hohen Kosten gedeckt werden. Explodierende Preise von neuen personalisierten Therapien stellen sowohl die Behörden bei der Zulassung und Preisfestsetzung, die Ärztinnen und Ärzte als auch die Krankenversicherer vor grosse Herausforderungen. Welche Erfahrungen machen die Krankenversicherer und welche Erwartungen haben sie? Wie sieht die Problematik aus einer Health Technology Assessment (HTA) Perspektive aus? Welche Chancen und Grenzen bestehen bei den neuen Gentherapien aus Sicht von Onkologen?
Diese und weitere Fragen standen im Zentrum des Netzwerk-Apéros vom 2. Juli 2019 in Luzern. Peter Aregger, Bereichsleiter Versicherungen RVK, erläuterte die Sichtweise der Krankenversicherung im Umgang mit den neuen teuren Medikmanten. «Es gibt viele 'Schwarze Peter', wenn es um teure Behandlungen geht.», stellte Herr Aregger dabei fest. Herr Prof. Dr. med. Daniel Scheidegger, Präsident des Trägervereins Swiss Medical Board, erläuterte den Umgang des Swiss Medical Board mit neuen teuren Medikamenten. «Die Finanzierung des Gesundheitssystems kannibalisiert heute schon andere wichtige Budgetpositionen.», warnte Herr Prof. Dr. med. Scheidegger die Anwesenden auf eindrückliche Weise. Die medizinische Perspektive zeigte dann Herr Prof. Dr. med. Thomas Pabst, Chefarzt Onkologie, Inselspital Bern, auf. Er stellte fest, dass CAR-T in den letzten Monaten vor allem für Cost-And-Reimbursement-Troubles stand und wünscht sich klare Regeln im Umgang mit der Finanzierung dieser neuen Therapien. Nachvollziehbar zeigte Herr Prof. Dr. med. Pabst auf, welche Investitionen für die Aus- und Weiterbildung ein Spital, in dieser neuartigen Zusammenarbeit zwischen Pharma und Spitälern, tätigen muss.
Die rund 50 Teilnehmenden profitierten von den hochkarätigen Referenten und mischten sich aktiv in die anschliessende Podiumsdiskussion ein. Allen war klar, das Dilemma zwischen kostspieligen Therapien und Fragen der Entschädigungen und Preisfestsetzung werden uns noch lange begleiten.
Photos der Veranstaltung
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Video der Veranstaltung
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Präsentationen der Veranstaltung
Das Programm
Begrüssung durch Daniel Herzog, Direktor RVK
17:40
Erfahrungsbericht und Erwartungen aus Sicht des Rückversicherers. Peter Aregger, Bereichsleiter Versicherungen, RVK
Health Technology Assessment - Anspruch und Umsetzung. Prof. Dr. med. Daniel Scheidegger, Präsident des Trägervereins Swiss Medical Board
Neue Gentherapien - Chancen und Grenzen aus Sicht des Onkologen. Prof. Dr. med. Thomas Pabst, Chefarzt Onkologie, Inselspital Bern
Fragen aus dem Publikum und Podiumsdiskussion. Hannes Blatter, Geschäftsführer Luzerner Forum
18:45
Ende der Veranstaltung und anschliessend Apéro riche
Der Netzwerk-Apéro
Datum und ZeitDienstag, 2. Juli 2019
17:30 Uhr bis ca. 20:00 Uhr
Veranstaltungsort
Grand Hotel National Luzern
Haldenstrasse 4
6006 Luzern
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