Steigende Prämienbelastungen, eine immer älter werdende Gesellschaft und die fortschreitende Ambulantisierung rücken die Spitalplanung stärker in den Fokus. Einigkeit besteht darin, dass die Planung besser koordiniert werden muss. Doch beim Wie gehen die Meinungen auseinander.
Obwohl sich Patientinnen und Patienten längst kantonsübergreifend bewegen, wird vielerorts noch entlang von Kantonsgrenzen geplant. Das führt zu Doppelspurigkeiten, zu tiefen Fallzahlen bei spezialisierten Eingriffen und damit zu Effizienz- und Qualitätsfragen. Gleichzeitig treiben ungenügend ausgelastete Strukturen die Kosten weiter in die Höhe.
Die Verantwortung für die Spitalplanung liegt bei den Kantonen. Sie wollen diese weiterhin eigenständig wahrnehmen, die Zusammenarbeit jedoch gezielt stärken – etwa durch mehr Koordination und eine klarere Aufgabenteilung. Auch der Bundesrat hält an dieser Zuständigkeit fest. Er sieht aber Optimierungsbedarf und empfiehlt Anpassungen, insbesondere bei der interkantonalen Koordination und beim Abbau von Überkapazitäten. Aus Sicht der Spitäler ist eine stärkere Koordination sinnvoll, vor allem zur Sicherung der Qualität und zur Bündelung von Leistungen. Gleichzeitig warnen sie vor zu starren Vorgaben und betonen die Bedeutung der regionalen Versorgung.
Demgegenüber fordern Stimmen aus der nationalen Politik und von Seiten der Krankenversicherer mehr Verbindlichkeit. Sie kritisieren, dass freiwillige Lösungen oft zu wenig Wirkung entfalten und kantonale Eigeninteressen notwendige Strukturveränderungen bremsen. Fehlende Koordination führe zu ineffizienten Strukturen, unnötigen Kosten und steigenden Prämien. Entsprechend wird ein stärkeres Eingreifen des Bundes oder zumindest verbindlichere Rahmenbedingungen gefordert.
Damit steht die Spitalplanung im Spannungsfeld zwischen föderaler Verantwortung und nationalem Steuerungsanspruch – sowie zwischen regionaler Versorgungssicherheit und wirtschaftlicher Effizienz.




