«Auch wenn die Meinungen unterschiedlich sind, wir müssen den anderen zuhören und wieder lernen, miteinander zu reden»: Mit diesem Appell eröffnete Josef Wyss, Präsident der Arbeitsgemeinschaft Wirtschaft und Gesellschaft (AWG) die gut besuchte Veranstaltung. Zuhören – das taten die 500 Anwesenden, als Bundesrat Alain Berset die Reform AHV21 begründete.
Loch von 18,5 Milliarden
Berset bezeichnete die mittel- und langfristige Lage der AHV als «angespannt». Bis 2032 werde die AHV einen Finanzierungsbedarf von 18,5 Milliarden Franken haben. Es sei deshalb sehr wichtig, dass jetzt mit dieser gut austarierten Reform gehandelt werde. Das Konzept einerseits mit den Ausgleichszahlungen durch die Erhöhung des Rentenalters für Frauen und anderseits mit der moderaten Anpassung der Mehrwertsteuer sei fair für alle Seiten. Berset appelliert an die Gesamtsicht und gab sich überzeugt: «Wir alle sind doch an einer stabilen AHV als wichtigstes Sozialwerk interessiert.»
Spannende Debatte
In der anschliessenden Diskussion unter der Leitung von LZ-Chefredaktor Jérôme Martinu schenkten sich die prominenten Pro- und Contra-Seiten nichts. Ständerat Erich Ettlin (Mitte, OW) und Nationalrätin Melanie Mettler (GLP, BE) sahen in der Reform den geeigneten Weg zur Festigung der AHV und blickten bereits auf die unmittelbar nötige BVG-Reform. Demgegenüber argumentierten die Nationalräte Natalie Imboden (Grüne, BE) und Pierre-Yves Maillard (SP, VD) mit einem Nein gewinne man die nötige Zeit für eine bessere Vorlage, die nicht auf Kosten der Frauen ausgetragen werde.
Die Veranstaltung wurde organisiert von der AWG Luzern zusammen mit der IHZ, dem KGL, dem IFU, dem Luzerner Forum für Sozialversicherung und soziale Sicherheit und der Luzerner Zeitung.
Programm
Photos der Veranstaltung
Hier finden Sie Eindrücke dieser Veranstaltung.
Medien
Angeregte Diskussion um AHV-Reform
Datum und Zeit
Montag, 22. August 2022
18:30 Uhr Türöffnung
19:00 Beginn der Veranstaltung
Ablauf
Begrüssung
Josef Wyss, Präsident AWG Kanton Luzern/Kantonsrat
Informationen
Referat von Bundesrat Alain Berset, Beantwortung von Publikumsfragen
Diskussion
Pro:
Erich Ettlin, Ständerat, Mitte, Obwalden
Melanie Mettler, Nationalrätin, GLP, Bern
Contra:
Pierre-Yves Maillard, Nationalrat, SP, Waadt, Präsident SGB
Nationalräte Natalie Imboden, Grüne, Bern
Schlusswort
Stephan Grau Präsident IFU Info-Forum Freies Unternehmertum
Apéro
und Gespräche
Veranstaltungspartner
Medienpartner
