Die sozialen Sicherungssysteme gehören zu den wichtigsten Errungenschaften moderner Gesellschaften. Sie schützen die Menschen vor den wesentlichen Risiken und Wechselfällen des Lebens und garantieren eine minimale Existenzsicherung. Seit einiger Zeit jedoch macht sich ein grosser Teil der Bevölkerung Sorgen um die künftige soziale Absicherung. Dafür verantwortlich ist nicht nur die aktuelle Finanz- und Wirtschaftskrise. Eine wesentliche Ursache für die wachsende Unsicherheit sind tief greifende gesellschaftliche Umbrüche.
Zentrale Merkmale dieses gesellschaftlichen Wandels stellen die Flexibilisierung oder die Entgrenzung von Erwerbsarbeit, Familie und Geschlechterrollen dar. Traditionelle Lebens-, Arbeits- und Geschlechterrollen lösen sich auf. Das führt zu Chancen und neuen Freiräumen, ist aber auch mit steigenden Risiken des individuellen Scheiterns und sozialer Unsicherheit verbunden.
Was bedeuten diese gesellschaftlichen Veränderungen für die Ausgestaltung der künftigen Sozialpolitik? Wie kann angesichts des gesellschaftlichen Wandels auch in Zukunft allen Menschen eine soziale Absicherung und die Teilhabe am gesellschaftlichen Leben garantiert werden? Und wie kann die Chancengerechtigkeit in unserer Gesellschaft verbessert werden? Der Luzerner Kongress Gesellschaftspolitik versucht, auf diese Fragen eine Antwort zu geben.
Die ReferentInnen und ihre Präsentationen
| Frau Margrit Fischer, Präsidentin des Luzerner Forums | Begrüssung |
| Herr Regierungsrat Guido Graf | Gruss der Regierung |
| Prof. Dr. h.c. Jürg Krummenacher, Hochschule Luzern | Einleitung |
| Prof. Dr. Gudela Grote, Arbeits- und Organisationspsychologie, Forschungsgruppe Organisation – Arbeit – Technologie, ETH Zürich | Flexibilisierung der Arbeitswelt |
| Anna Proske, Diplom-Soziologin, Deutsches Jugendinstitut München | Entgrenzte Arbeit – Entgrenzte Familie |
| Prof. Dr. François Höpflinger, Soziologisches Institut, Universität Zürich | Gesellschaftlicher Wandel und die Zukunft der Sozialpolitik |
| Prof. Dr. Monika Bütler, Swiss Institute for Empirical Economic Research, Universität St. Gallen | Die Finanzierung der Sozialpolitik |
| Dr. Walter Schmid, Direktor Hochschule Luzern – Soziale Arbeit | Schlusswort |
Die PannelleiterInnen und ihre Präsentationen
| Ludwig Gärtner, lic. iur., Leiter des Geschäftsfeldes «Familie, Generationen und Gesellschaft», Vizedirektor Bundesamt für Sozialversicherungen | P1: Welcher Reformbedarf besteht bei den Sozialversicherungen? |
| Dr. Markus Zürcher, Generalsekretär Schweizerische Akademie der Sozial- und Geisteswissenschaften (SAGW) | P2: Künftige Sozial- und Generationenpolitik aus der Sicht der Schweizerischen Akademie der Geistes- und Sozialwissenschaften |
| Daniel Straub, Mitglied Initiativkomitee «Bedingungsloses Grundeinkommen», Mitautor des Buches «Die Befreiung der Schweiz» | P3: Bedingungsloses Grundeinkommen |
| Prof. Dr. Iren Bischofberger, Careum F+E, Departement Gesundheit, Kalaidos Fachhochschule | P4: Work & Care – Damit die Vereinbarkeit von Beruf und Angehörigenpflege gelingt |
| Heinz Altorfer, lic. phil., Leiter Soziales, Direktion Kultur und Soziales, Migros-Genossenschafts-Bund | P5: Der gesellschaftliche Wandel und die Zukunft der Freiwilligenarbeit |
| Markus Hertig, Head of Human Resources and Legal Affairs, B. Braun Medical | P6: Wie gehen Unternehmen mit dem gesellschaftlichen Wandel um? |