Die Pflege von Angehörigen ist ein wichtiger Bestandteil unserer Gesundheitsversorgung. Hunderttausende Menschen betreuen und pflegen Angehörige zu Hause – oft unentgeltlich und neben Beruf, Familie und Alltag. Damit leisten sie einen wichtigen Beitrag zur Entlastung unseres Gesundheitssystems.
In den vergangenen Jahren ist die Zahl der Angehörigen, die ihre Pflegeleistungen über ambulante Pflegeorganisationen abrechnen und dafür entschädigt werden, stark gestiegen. Damit rückt die Angehörigenpflege zunehmend in den Fokus von Politik, Leistungstragenden und Öffentlichkeit. Medien berichten über neue Geschäftsmodelle im Care-Bereich, Krankenkassen warnen vor Fehlanreizen und steigenden Kosten, Kantone und Gemeinden diskutieren über Regulierung, Qualitätssicherung und Finanzierung.
Die politische Debatte hat sich in den vergangenen Jahren deutlich verschärft. Während der Bundesrat derzeit keinen grundsätzlichen Anpassungsbedarf auf Gesetzesebene sieht, fordern Parlamentarierinnen und Parlamentarier strengere Vorgaben und eine stärkere Regulierung von Spitex-Organisationen, die pflegende Angehörige anstellen. Gleichzeitig wächst der Druck auf Kantone und Gemeinden, auf die dynamische Entwicklung zu reagieren.
Die Entschädigung pflegender Angehöriger ist für viele Betroffene eine wichtige Entlastung und eine notwendige Anerkennung ihrer Arbeit. Gleichzeitig stellt sich die Frage, was passiert, wenn familiäre Pflege Teil eines wachsenden Marktes wird.
Der Luzerner Kongress Gesellschaftspolitik beleuchtet diese Entwicklung aus unterschiedlichen Perspektiven. Im Zentrum stehen die rechtlichen und sozialversicherungsrechtlichen Rahmenbedingungen, die Sicht der Finanzierenden sowie die Erfahrungen und Herausforderungen aus Sicht der pflegenden Angehörigen.
Zielpublikum
Der Luzerner Kongress Gesellschaftspolitik richtet sich an Führungskräfte, Expertinnen und Experten aus Politik, Wirtschaft und Wissenschaft sowie an Fachleute in öffentlichen und privaten Organisationen auf Bundes-, Kantons- und Gemeindeebene.
Der Luzerner Kongress Gesellschaftspolitik
Der Luzerner Kongress Gesellschaftspolitik befasst sich mit aktuellen gesellschaftlichen, wirtschaftlichen und kulturellen Entwicklungen, die eine hohe gesellschaftspolitische Relevanz für die Schweiz haben. Trägerorganisationen des Kongresses sind die Hochschule Luzern, das Luzerner Forum für Sozialversicherungen und Soziale Sicherheit und die Universität Luzern. Der Luzerner Kongress Gesellschaftspolitik findet 2026 zum vierzehnten Mal statt.