Die Langzeitpflege in der Schweiz steht vor grossen Herausforderungen: Es droht ein Fachkräftemangel und die Finanzierung der Pflege belastet die privaten und die öffentlichen Haushalte stark. Die Pflegelast in den Alters- und Pflegeheimen hat in den letzten Jahren deutlich zugenommen, und die alternative Pflege durch Angehörige – die sogenannte unbezahlte Care-Arbeit – ist für Betroffene häufig nur schwierig mit den beruflichen Pflichten zu vereinbaren. Diese Herausforderungen werden durch den demografischen Wandel in Zukunft noch verschärft: Die Zahl der älteren Menschen wird in den nächsten Jahren stark steigen, besonders bei den über 80-Jährigen. Prognosen zeigen, dass sich ihre Zahl in den nächsten zwanzig Jahren verdoppeln wird. Zwar schenkt der bessere Gesundheitszustand vielen Menschen im Alter mehr behinderungsfreie Jahre, das starke Wachstum bei den hochaltrigen Personen führt aber auch dazu, dass die Zahl der Pflegebedürftigen erheblich zunehmen wird: Bis im Jahr 2030 werden voraussichtlich mindestens 50 Prozent mehr Menschen auf Pflege angewiesen sein als heute.
Was sind die aktuellen und zukünftigen Herausforderungen in Pflege und Betreuung? Welche Rahmenbedingungen braucht es für die unbezahlte Care-Arbeit? Wie gehen wir mit Demenzkranken, älteren Behinderten oder älteren Migrantinnen und Migranten um? Wie decken wir den wachsenden Personalbedarf in der Pflege ab? Und wie soll die Langzeitpflege in Zukunft finanziert werden? Der Luzerner Kongress Gesellschaftspolitik versuchte, auf diese Fragen eine Antwort zu geben.
Die ReferentInnen und ihre Präsentationen
| Alt-Regierungsrätin Margrit Fischer-Willimann, Präsidentin des Luzerner Forums für Sozialversicherungen und Soziale Sicherheit | Begrüssung |
| Herr Dr. Walter Schmid, Direktor der Hochschule Luzern - Soziale Arbeit | Einleitung |
| Prof. Dr. Lorenz Imhof, Leiter Forschungsstelle Pflegewissenschaften, Zürcher Hochschule für angewandte Wissenschaften (ZHAW) | Aktuelle Herausforderungen in der Langzeitpflege |
| Heidi Stutz, Büro für arbeits- und sozialpolitische Studien BASS | Ungesicherte Betreuung durch Angehörige |
| Prof. Dr. h.c. Jürg Krummenacher, Hochschule Luzern | Pflegebedürftigkeit 2030 |
| Dr. Ludwig Hasler, Publizist und Philosoph | Streitfall Würde. Philosophisch-praktische Überlegungen |
| Dr. Walter Schmid, Direktor Hochschule Luzern – Soziale Arbeit | Schlusswort |
| Hannes Blatter, Geschäftsführer Luzerner Forum für Sozialversicherungen und Soziale Sicherheit | Moderation |
Die PannelleiterInnen und ihre Präsentationen
| Birgitta Martensson, Geschäftsleiterin Schweizerische Alzheimervereinigung | P1: Leben mit Demenz |
| Dr. Daniel Joggi, Präsident der Schweizer Paraplegiker Stiftung | P2: Herausforderung Pflege von Behinderten im Alter |
| Pascale Steiner und Alagipody Ganaseelan beide Eidgenössische Kommission für Migrationsfragen | P3: Altern in der Migration |
| Urs Kupferschmid, Geschäftsführer RaJoVita, Stiftung für Gesundheit und Alter Rapperswil-Jona | P4: Integrierte Versorgung |
| Dr. Beat Sottas, sottas formative works – Beratung, Forschung, Evaluation und Mitglied der Leitung der Careum Stiftung | P5: Kreative Lösungen gegen Fachkräftemangel |
| Prof. Dr. Gabriela Riemer-Kafka, Universität Luzern | P6: Finanzierung der Langzeitpflege |